Buchhaltung · DATEV

DATEV-Export für Handwerker:
Was der Steuerberater wirklich braucht.

· Lesezeit ca. 7 Minuten · DATEV, Buchhaltung, Steuerberater

DATEV ist im deutschen Handwerk die meistgenutzte Buchhaltungs-Software – nicht direkt im Betrieb, sondern beim Steuerberater. Wenn dein Steuerberater am Monatsende Daten von dir bekommt, will er sie idealerweise in einem Format, das er per Knopfdruck importieren kann. Hier ein Klartext-Überblick, was hinter DATEV-Export steckt, was Standard ist, und wo Handwerksbetriebe regelmäßig stolpern.

Was ist DATEV eigentlich?

DATEV eG ist eine Genossenschaft mit Sitz in Nürnberg. Sie wurde 1966 von Steuerberatern gegründet und ist heute der meistgenutzte Buchhaltungs-Anbieter für deutsche Steuerberater. Wenn dein Steuerberater "ich brauche das im DATEV-Format" sagt, meint er meistens eine spezifische CSV- oder XML-Datei, die seine DATEV-Software direkt einlesen kann.

Wichtig: Du als Handwerksbetrieb hast in der Regel keine DATEV-Software. Du nutzt eine Branchen-Software wie AN Zentrale, die deine Belege und Rechnungen verwaltet. Am Monatsende exportierst du eine Datei und schickst sie an den Steuerberater, der sie in DATEV einliest. Das ist der typische Workflow.

Was wird exportiert?

Vier Kategorien an Daten gehen typischerweise an den Steuerberater:

1. Ausgangsrechnungen

Alle Rechnungen, die du an deine Kunden geschickt hast. Mit Rechnungsnummer, Datum, Kunde, Betrag, Steuersatz, Buchungssatz.

2. Eingangsrechnungen / Belege

Alle Rechnungen, die du bekommen hast – vom Stahllieferanten, von der Tankstelle, vom Werkzeug-Händler. Idealerweise mit eingescanntem PDF oder XRechnung.

3. Bankbewegungen

Was kam rein, was ging raus. Heute meistens per FinTS-Bankschnittstelle direkt aus der Software geholt.

4. Lohnstunden / Lohndaten

Wer hat wie viel gearbeitet, mit Sonderzeiten, Überstunden, Urlaubstagen. Geht meistens als separater Lohn-Export an den Steuerberater.

Die wichtigsten Formate im Überblick

Im Alltag begegnen dir drei DATEV-Formate, die du kennen solltest:

DATEV CSV (Buchungsstapel)

Standard für die Übergabe von Buchungen. Die Software exportiert eine CSV-Datei mit allen Buchungssätzen für den Monat. Dein Steuerberater importiert sie in einem Klick.

DATEV XML (Rechnungswesen pro)

Modernere Variante mit mehr Detail. Wird vor allem bei größeren Betrieben oder anspruchsvollen Steuerberatern genutzt.

DATEV Unternehmen Online

Eine Cloud-Lösung, bei der dein Steuerberater dir einen Zugang gibt. Du lädst Belege als PDF hoch, er sieht sie sofort. Manche Handwerks-Softwares synchronisieren direkt mit DATEV Unternehmen Online.

Was AN Zentrale exportiert

Im Pro-Tarif ist der DATEV-CSV-Export Standard. Ein Klick auf "Monatsabschluss" erzeugt eine Datei mit allen Buchungen, fertig für deinen Steuerberater. Finanzmodul-Details.

Wie der Monats-Workflow ideal aussieht

Der saubere Monats-Workflow hat vier Schritte:

  1. Belege sammeln: Eingangsrechnungen werden direkt beim Eintreffen ins System gestellt – per Foto, per Drag-and-Drop, per Mail-Anhang. Tageweise, nicht monatlich.
  2. Belege buchen: Mindestens grobe Zuordnung – Material, Fuhrpark, Werkzeug, Miete. Dein Steuerberater feinjustiert später.
  3. Bankabgleich: Über FinTS gehen die Kontobewegungen täglich automatisch in die Software. Offene Posten werden mit Zahlungseingängen verknüpft.
  4. Monatsabschluss exportieren: Am Monatsende ein Klick auf "DATEV-Export", die Datei landet beim Steuerberater.
Der Unterschied zwischen "wir machen Buchhaltung ein Mal im Jahr" und "wir machen Buchhaltung kontinuierlich" ist nicht der Zeitaufwand – es sind verteilte Minuten vs. konzentrierte Stunden. Ein Beleg, der bei Eintreffen erfasst wird, ist eine Sache von Sekunden. Drei Monate später vom Stapel ist eine Stunde.

Typische Fehler, die jeder zweite Betrieb macht

Aus Gesprächen mit Steuerberatern, die unsere Kunden betreuen, haben sich diese fünf Fehler als die häufigsten herausgestellt:

1. Belege als Stapel statt einzeln

Wenn der Steuerberater drei Mal im Jahr einen Karton mit Belegen bekommt, kostet ihn jeder Karton dreimal so viel Stunden wie ein laufender Export. Du bezahlst den Aufwand – also vermeide ihn.

2. Buchungssätze falsch zugeordnet

Wenn eine Stahl-Rechnung als "Werkzeug" gebucht wird, muss der Steuerberater es umbuchen. Pro Fehler kostet das fünf bis fünfzehn Minuten. Bei hundert Belegen pro Monat sind das mehrere Stunden, die du bezahlst.

3. Privat- und Geschäftsbelege gemischt

Der Kassenbon vom Wochenende-Tanken landet in den Geschäftsbelegen. Klingt banal, kostet beim Steuerberater echt Zeit – und im Worst Case beim Finanzamt eine Diskussion.

4. Keine ordentliche XRechnung-Verarbeitung

Seit 2025 kommen E-Rechnungen rein. Wenn deine Software sie nicht automatisch einliest, landen sie als Mail-Anhang im Postfach des Geschäftsführers und werden vergessen. Mehr dazu im XRechnung-Ratgeber.

5. Bankabgleich fehlt komplett

Wer keine FinTS-Anbindung hat, muss alle Kontobewegungen manuell mit Belegen abgleichen. Das ist Sklavenarbeit und passiert in vielen Betrieben nur einmal im Jahr – mit entsprechenden Lücken.

GoBD-Konformität – das Pflicht-Thema

Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) sind die wichtigsten Vorschriften für deine Buchhaltung. Drei Regeln, die du kennen musst:

  1. Unveränderbarkeit: Ein gebuchter Beleg darf nachträglich nicht spurlos verändert werden. Korrekturen müssen nachvollziehbar bleiben.
  2. Vollständigkeit: Jeder Beleg muss da sein. Lücken sind ein rotes Tuch beim Steuerprüfer.
  3. 10 Jahre Aufbewahrung: Belege müssen 10 Jahre lang verfügbar sein. Wenn du heute auf eine neue Software wechselst, musst du die alten Daten sicher archivieren können.

Wenn deine Software diese drei Regeln nicht abdeckt, ist sie keine Buchhaltungs-Software, sondern eine Excel mit Buchhaltungs-Look. Achte beim Anbieter darauf, dass die GoBD-Konformität schriftlich bestätigt wird.

Fazit für den Alltag

DATEV-Export ist im Handwerk keine Kür, sondern Pflicht – jedenfalls dann, wenn dein Steuerberater bei DATEV ist (also bei 80 Prozent der Fälle). Drei Empfehlungen, die unmittelbar Wirkung zeigen:

  1. Software wählen, die DATEV-CSV ohne Aufpreis exportiert. Wer dir das als Premium-Feature verkaufen will, hat das Geschäftsmodell falsch verstanden.
  2. Belege beim Eintreffen erfassen, nicht stapeln. 30 Sekunden pro Beleg sind verkraftbar. 10 Stunden im Quartal sind es nicht.
  3. Mit dem Steuerberater einmal hinsetzen und gemeinsam den Workflow definieren. Welche Datei in welchem Format wann? Eine Stunde Klärung spart dir 12 Stunden im Jahr.

Wer das ordentlich aufsetzt, hat am Jahresende keinen Stress mit dem Jahresabschluss – sondern eine ruhige Sache, die in zwei Wochen durch ist.

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